Historie

In den Jahren 1955/56 entstand in Bad Driburg der erste Fanfarenzug unserer Stadt –der FZ „Rot – Weiß“, dem 1960 Hermann Weskamp als Trommler beitrat. Als 1965 eine schwere Krise den Verein erschütterte, verlies er mit mehreren Freunden den Verein, der sich im Jahre 1966 auflöste.

Doch der Trommler Hermann Weskamp war auf den Geschmack der Fanfarenmusik gekommen. Er lieh sich von einem Freund eine Fanfare und brachte sich selbst die ersten Töne bei. (Aus geheimer Quelle weiß man zu berichten, dass während der Übungsstunden auf dem elterlichen Heuboden die vor Wut ins Heu geworfene Fanfare des öfteren wieder gesucht werden musste.)

Während eines Zeltlagers der KJG im August 1965 brachte Hermann Weskamp seinen Freunden ebenfalls das Fanfarespielen bei und gründete mit diesen zunächst den Fanfarenzug als Interessengemeinschaft der KJG. Die ersten Ausmärsche fanden im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit statt. Daran schlossen sich bald Auftritte während der Siedlerfestes, Iburg-Bergfestes, Seifenkistenrennen (auch das gab es in Bad Driburg), etc. an. Dadurch fanden immer mehr musikbegeisterte junge Leute den weg zu uns.

Personell gestärkt und in neuer Uniform – „blau – weiß“, die schönste Farbe der Welt – konnten wir unser Können das erste mal auf dem Bad Driburger Schützenfest unter Beweiß stellen.

Unsere Highlights der 60er und 70er Jahre

September 1967: erste große Reise zur Oktoberwoche nach Wieze (Belgien)

September 1967: Wettstreit Europapokal in Köln. Resultat 1. Platz in der Fanfarenklasse A

1968 – 1970: regelmäßige Auftritte bei Schützenfesten

Freundschaftstreffen in Faymoville (Belgien)

1972: Deutschlandpokal Alsfeld. Resultat Tambourmajor Hermann Weskamp erhielt die Ehrenurkunde für besonders gute Leistungen des Vereins

Anfang der 70er Jahre hatten erstmals auch Mädchen die Möglichkeit, aktive Mitglieder im Fanfarenzug zu werden. Die ersten weiblichen „Bläser“ wurden während eines Urlaubs der musikalischen Leiters in den Verein eingeschleust. In den folgenden Jahren konnten sie auch den letzten Zweifler überzeugen und sind heute aus unserem Verein nicht mehr weg zu denken.

Mitte der 70er Jahre entwickelte sich eine bis heute bestehende Freundschaft zur Karnevalsgesellschaft „Rot – Weiße Garde Bad Driburg“, die uns 1976 gemeinsam zum Karnevalsumzug nach Köln – Nippes führte (Wir erinnern uns gerne an eine enorme Zunahme der Körpergröße durch die zentimeterdicke Schicht der „Kamelle“ unter den Schuhsohlen!).

Seit dem ersten Karnevalsumzug in Bad Driburg sind wir auch dort regelmäßig vertreten, sowie auf anderen karnevalistischen Veranstaltungen immer wieder ein gern gesehener Gast. Ebenso führte uns unsere närrische Ader im Jahre 1983 zum ersten mal zum Rosenmontagsumzug nach Steinheim, an dem wir seitdem ebenfalls jährlich teilnehmen.

Im Jahre 1979 konnte Casper Graf von Oeynhausen – Sierstorpff für die Schirmherrschaft über den Verein gewonnen werden. Durch diesen Rückhalt gestärkt, war es uns möglich, neue Instrumente sowie eine Sommerweste als Zweituniform anzuschaffen. Im gleichen Jahr wurde der Verein „e. V.“ und als gemeinnützig anerkannt.

Unsere Highlights der 80er Jahre

1980: Pokal der Stadt Unna. Resultat: 2. Platz

1985: Übertragung der Schirmherrschaft auf den Bad Driburger Brunnen und dessen Geschäftsführer Karl Lutter

1985: Wettstreit in Kamen. Resultat: 2. Platz

1987: Nach intensivem Üben, unter anderem mit Videoüberwachung, Teilnahme am Deutschlandpokal in Alsfeld. Resultat: ein für uns völlig überraschender und unerwarteter 2. Platz (Freude pur!!!)

Leider konnten auch diese großen Erfolge nicht verhindern, dass der Verein ende der 80er Jahre viele aktive Mitglieder aus den verschiedensten Gründen verlor.

Doch die verbliebenen Mitglieder verloren weder den Mut noch die Freude an der Musik, sondern entwickelten neue Initiativen um frischen Wind in den Verein zu bringen. Z. B. wurde 1988 der erste Infostand im Rahmen des Bad Driburger Frühjahrsmarktes durchgeführt, und die magische Altersgrenze von 12 Jahren wurde auf 10 Jahre herabgesetzt, um neue aktive Mitglieder anzuwerben. Gleichzeitig konnten wir viele Eltern und Bekannte als passive Mitglieder gewinnen, welche sich bis heute als Freunde, Förderer und Helfer außerhalb musikalischer Aktivitäten engagieren. So wurden z. b. Getränke und Würstchen während des Bad Driburger Karnevals verkauft, und wir beteiligen uns regelmäßig am Bad Driburger Kunst- und Adventsmarkt.

Durch dieses unermüdliche Engagement war es uns in dieser Zeit möglich, einheitliche silberne Fanfaren anzuschaffen und unser Erscheinungsbild durch neue Uniformen der Fanfarenmusik anzunähern.

Auch stellten sich nun wieder musikalische Erfolge ein. So war es uns 1994 erstmals möglich, bei einem Wettstreit sowohl in der Jugend- als auch in der Erwachsenenklasse teilzunehmen und auf Anhieb den (mal wieder) 2. Platz zu erringen.

Seit Anfang der 90er viel uns mehr und mehr auf, dass sich viele Fanfarenzüge der moderneren Musikarten zuwandten und die traditionelle Fanfarenmusik vernachlässigten. Während mehrerer Treffen mit gleichgesinnten Vereinen reifte der Entschluss, eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der traditionellen Fanfarenmusik und der Tradition der Landsknechte zu gründen. Hierdurch wurde der Austausch von Erfahrungen und Notenmaterial ermöglicht, wodurch auf den nächsten Musiktreffen Gemeinschaftsspiele stattfinden konnten. Am 5. März 1995 kamen 13 (!) Fanfarenzüge in Buldern zusammen und gründeten die IG der reinen Fanfarenzüge in NRW. Am 24. September des gleichen Jahres konnten wir alle Vereine der neu gegründeten IG zu unserem 30 jährigen Jubiläum begrüßen. Den Höhepunkt dieses Tages bildete ein Gemeinschaftsspiel dieser Vereine vor dem Bad Driburger Rathaus.

Heute kann sich der Verein über eine recht stabile aktive Mitgliederzahl freuen. Diese hat es uns in den letzten Jahren ermöglicht, durch kontinuierliches Üben, durch den Erfahrungsaustausch in der IG und durch die Freude an der Musik, die Qualität unserer Auftritte immer mehr zu steigern. So gehören mittlerweile konzertante Bühnenstücke sowie Stimmungsmusik zu unserem regelmäßigen Repertoire.

Im Jahr 2002 nahmen wir am ICC (International Champions Cup) in Weyhausen teil und erhielten mit 80,4 von 100 möglichen Punkten das Prädikat „Sehr Gut“.

Auch wenn bei uns die Musik nach wie vor im Fordergrund steht, kommen auch andere Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. So wird z. B. während unseres alljährlichen Zeltlagers der Zusammenhalt der aktiven und passiven Mitglieder gestärkt. Ebenso finden Ausflüge in Schwimmbäder, Freizeitparks und Eislaufhallen genauso statt, wie Orientierungsfahrten, Wanderungen, Grillnachmittage und Kanutouren.

Nach nunmehr über 40 jähriger Vereinsgeschichte kann sich der Fanfarenzug „Blau – Weiß“ Bad Driburg e. V. derzeit über mehr als 100 aktive und passive Mitglieder freuen!